Schildkröten in Kölner Weihern

Das Tierleben in den Kölner Weiher und Seen ist oft erheblich vielfältiger, als es beim ersten Anblick erscheint. Oft leben Tiere an den unterschiedlichsten Orten, an denen wir gar nicht damit rechnen, vielleicht auch deshalb, weil sie nicht dorthin gehören. Eine solche Spezies sind Schildkröten, sie leben in jedem Kölner Weiher, sei es mitten in der City im Aachener Weiher, im Stadtwaldweiher, im Volksgarten oder im Decksteiner Weiher. Besonders reizvoll ist die Szenerie im Weiher im Mediapark. Aber auch in abgelegenen Weiher und Seen im Königsforst, in der Wahner Heide oder in Dünnwald sitzen Schildkröten genüsslich in der Sonne, sie fehlen an keinem der künstlichen Kölner Gewässer. Damit wäre schon die beste Beobachtungszeit angesprochen. Schildkröten sind wechselwarme Tiere (wie auch Eidechsen, Schlangen und Krokodile), sie brauchen Wärme für ihren Stoffwechsel, ihr Körper kann diese Wärme nicht selbst produzieren. Deshalb sitzen sie gerne stundenlang in der Sonne und genießen die Wärme.

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Insbesondere Rotwangenschmuckschildkröten sind in den Weihern oft zu finden. Sie werden in Zoohandlungen als wenige Zentimeter süße Schildkrötenkinder für das Terrarium verkauft, aber sie wachsen. Irgendwann sind sie 20 cm groß und passen nicht mehr ins Bassin –  die Besitzer setzen sie dann eben in irgendeinem Gewässer aus. Da Schildkröten uralt werden können, sind sie ihren Besitzer nach Jahren oft lästig, auch dann müssen sie raus in den Teich.

Auch Bachschildkröten tauchen in den Kölner Gewässern auf, die über 20 cm groß werden können und von Natur als in Südeuropa, im Mittelmeerraum, in Nordafrika und Westafrika verbreitet sind. Sie sind gute Schwimmer und so wurde die vermutlich Kaspische Bachschildkröte im Lindenthaler Rautenstrauchgraben gesichtet, die in Südosteuropa, Griechenland und der Türkei zuhause ist.

Bachschildkröte, wahrscheinlich Kaspische Bachschildkröte (Rautenstrauchkanal)

Es kam schon vor, das sogar Schnappschildkröten ausgesetzt wurden, was gefährlich sein kann, denn mit ihren sehr scharfen Kiefern können sie auch beim Menschen böse Verletzungen hervorrufen.

Schildkröten beobachten ist ein Schönwetterabenteuer und deshalb auch für den gemütlichen Familienausflug gut geeignet. Wenn es richtig schön warm ist und die Sonne scheint, dann kommen die Schildkröten raus und sitzen am Ufer, auf Steinen und mit Vorliebe auf im Wasser liegenden Baumstämmen. Manchmal sind sie erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Gut ist es, mit einem Fernglas auf Tour zu gehen und zum Fotografieren ein Teleobjektiv zu verwenden. Langsam und gemütlich das Gewässer umrunden und die typischen Stellen im Auge behalten, an den sich Schildkröten oft sonnen. Und wenn wir welche gefunden haben und sie sind nicht weit vom Ufer entfernt, möglichst still sein und auch nicht zu sehr nähern. Denn wenn Schildkröten an Land auch sehr behäbig erscheinen, im Wasser sind sie flink. Und ihren Sonnenplatz verlassen sie sprunghaft, wenn sie sich gestört fühlen.

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