Meine Zeit im Uhu-Nest

Natürlich habe ich nicht selbst im Nest der Familie Uhu gesessen, aber ich hatte eine wunderbare Gelegenheit , aus allernächster Nähe die Geburt von drei Uhu-Küken zu beobachten und zu sehen, wie sie langsam groß und flügge wurden. Ich habe schon des Öfteren Uhus beobachtet, irgendwo in der Felswand eines Steinbruchs, aus weiter Ferne, mit dem Fernglas oder mit dem Teleobjektiv des Fotoapparates – aber diesmal habe ich wochenlang die Familie Uhu aus allernächster Nähe beobachtet … eine Webcam war direkt im Uhunest aufgestellt. Faszinierend, solch ein direkter Blick in die Kinderstube von drei kleinen Uhus. Eigentlich habe direkt mit ihnen im Nest gesessen … nur an ihren Ratten habe ich nicht geknabbert.

So ging es los … Frau Uhu hat drei Eier gelegt.
Die Erwartungen sind groß, was wird passieren?

Hoch oben auf dem Silo der Quarzwerke in Frechen bei Köln hat die Werksbiologin Britta Franzheim einen Kasten einrichten lassen, in dem eigentlich Wanderfalken brüten sollen. Britta Franzheim ist zuständig für Unternehmenskommunikation und Naturschutz, sie ist selber begeisterte Naturschützerin und sorgt dafür, dass im großen Quarzsandtagebau so viel wie möglich getan wird, um für Kröten, Frösche, Salamander und diverse Vogelarten die geeigneten Lebensräume zu schaffen. Das ist etwas anderes als Greenwasching, das ist Lebensraumschaffung, sie arbeitet dabei eng mit Experten vom NABU, dem Museum König in Bonn u.a. zusammen.

Frau Uhu brütet auf ihren Eiern, in der Kiste,
die eigentlich für die Wanderfalken sein soll …
etwas eng wird es also für Familie Uhu werden.

In jedem Fall hat mir Britta den Zugang zur Webcam gegeben und wir beobachten nur gemeinsam bei jeder denkbaren Möglichkeit, was sich denn im Uhu-Horst tut. Eine spannende Geschichte, denn aus den Eiern werden junge, attraktive Uhus.

Frau Uhu brütet … 34 Tage lang

34 Tage lang brüten die Uhus, überwiegend macht es das Weibchen, das auf den Eiern sitzt und sie selten verläßt, um sich etwas zu essen zu besorgen. Gelegentlich kommt der Familienvater vorbei und bringt eine Leckerei, meist ist es eine Ratte.

Immer noch ist kein Uhubaby aus dem Ei gekrochen
Manchmal liegen die Eier eine Weile alleine da,
wenn die Mutter einen Ausflug macht.
Der Uhu-Vater kommt zum Brüten nicht vorbei.
Sie guckt so … als würden Geräusche aus den Eiern kommen
Nur ein paar Stunden später :
das erste Küken ist aus dem Ei gekrochen,
die Mutter umsorgt es liebevoll
Zwei kleine Uhus sind aus ihren Eier gekrochen, ein Ei ist noch zu.
Heute gibt es irgendein Vögelchen zum Frühstück …
Da sitzen die drei Küken vor der Mutter und lassen es sich schmecken …
Heute steht eine Ratte auf dem Speiseplan …
Nach 16 Tagen sind die Kleinen doch schon recht groß …
Erste Vorbereitungen aufs Fliegen im Horst – Flügel recken
Mahlzeit

Irgendwann aber sind dann die Küken herangewachsen und es ist abzusehen, dass sie nun bald das Nest verlassen werden, deshalb ist es Zeit, sie zu beringen. Wie praktisch, wenn die Uhus nicht in einer steilen Felswand brüten, sondern in einer Kiste, die sich von hinten öffnen läßt. Zusammen mit dem Uhu-Spezialisten Stefan Brücher von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen, mit der Quarzwerke-Biologin Britta Franzheim und zwei Nachwuchs-Uhu-Forschern mache ich mich auf den Weg hoch oben im Silo. Der Lärm der Maschinen stört die Uhus überhaupt nicht. Die Uhumutter wird mal kurz aus dem Horst gescheucht, sie kommt eine Weile später wieder zu ihren Jungen, die Kiste wird vorne verschlossen, damit sie nicht versehentlich wieder kommen kann und dann werden die Uhu-Babys hinten heraus geholt, vermessen und beringt.

Britta Franzheim, Biologin bei den Quarzwerken, kuschelt mit dem kleinen Uhu, auch wenn die Begeisterung da doch eher einseitig zu sein scheint 🙂
… auch ein paar Nachwuchs-Uhu-Spezialisten waren mit auf das Silo gekommen. Für diesen Tag hatten sie sogar Schulfrei bekommen

Und auch ich habe zum ersten Mal im Leben einen kleinen Uhu auf dem Arm:

Quarzwerke Frechen

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