Schönheit der Braunkohle – kann ein Tagebau ästhetisch sein?

Das ist kein Beitrag zu Landschaftszerstörung, Klimawandel und vielleicht sinnlos weggebaggerten Ortschaften. Es ist eine fotografische Wanderung durch die Tagebaue im Rheinischen Braunkohlenrevier, die dramatische Fotomotive von gewaltiger Ästhetik liefern.

Die rheinischen Braukohletagebaue zählen zu den größten Löchern weltweit, die die Menschen jemals in die Erdkruste gegraben haben, der Tagebau Hambach ist selbst aus dem Weltall sehr gut zu sehen. Riesige Löcher, in Hambach wird das Braunkohleflöz in einer Tiefe von 400 Metern abgebaggert, monströse Schaufelradbagger, die an einen Endzeitfilm wie Waterworld erinnern. Dinosaurier aus Stahl. Für Technikfans haben diese Stahlmonster eine gewaltige Faszination. Für Geologen stellen die Tagebaue hochinteressante Einblicke in die Schichten der Obersten Erdkruste dar. Für Bewohner der Region, die ihre Wohnorte verlassen müssen und für Umweltschützer sind die Tagebaue und die Kraftwerke Schreckgespenster.

Ich betrachte die Region einfach einmal fotografisch und empfinde sie als faszinierend. Stundenlang habe ich dort schon zu allen Tages- und Nachtzeiten mit meinem Fotoapparat gesessen und kam manchmal aus dem Staunen kaum noch heraus. Oft ist die Luft im Tagebau vollkommen dunstig, irgendwann verschwindet die Welt dort unter in der Tiefe und die Nebel ziehen nach oben. Schaufelradbagger, die bis zu 100 Metern in die Höhe ragen, sehen dort unten aus wie Spielzeuge und versinken im abendlichen Nebel, ragen nur noch wie Skulpturen aus einer untergehenden Welt. Von den Höhen aus betrachtet geht die Sonne glühend rot am Horizont hinter dem Kraftwerk Inden unter, die gewaltigen Wolken der Kühltürme glänzen im Sonnenuntergang. Scheinbar sind die Kühltürme auch Wettermacher.

Tagebau Hambach, Blick von Terra Nova

Mit aufkommender Dunkelheit gehen auf einmal die Lichter im Tagebau an. Ein Bagger nach dem anderen wird erleuchtet, die Absetzer und Förderbänder ebenso. Immer wieder ergeben sich neue Fotomotive und ich habe schon des Öfteren überlegt, an einer Erstürmung des Tagebaus teilzunehmen, um einmal ganz nah an einem der gewaltigen Bagger sein zu können oder ihn gar zu erklettern, um Detailaufnahmen machen zu können.

Absetzer an der Sophienhöhe im Abendlicht

Sie brauchen aber den Tagebau nicht zu betreten, um tolle Einblicke zu bekommen. Es gibt einige gute Aussichtspunkte, von denen aus grandiose Einblicke möglich sind. Egal ob Sie hier vor Sonnenaufgang, Mittags oder in den Abendstunden herkommen, es lohnt sich immer. Ihr Urteil über den Braunkohlenabbau bilden Sie sich dann bitte selber, ich möchte sie nur zur fotografischen Betrachtung animieren. Ganz klarer Tipp, die frühen Morgenstunden und die Abendstunden in der untergehenden Sonne liefern die besten Motive. Ein Fernglas sollten Sie auch nicht vergessen.

Farbenspiele des Abraums
Kraftwerke am Tagebau Inden
Tagebau Inden
Tagebau Inden
Tagebau Garzweiler
Tagebau Garzweiler

Alle Aussichtspunkte sind bei google-Maps eingetragen, weshalb ich hier nur die entsprechenden Links poste.

Aussichtspunkt Terra Nova am Tagebau Hambach :

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Aussichtspunkt bei Elsdorf mit Blick auf die Abraumhalden der Sophienhöhe :

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Skywalk Jackerath … schwebend über dem Tagebau :

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Schophoven – Blick in den Tagebau Inden

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Eine Exkursion durch die Region der Braunkohletagebaue haben Claudia Lehnen und ich in unserem Geo-Exkursionsführer für Familien durch das Nördliche Rheinland beschrieben :

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