In der Tiefe liegt der Schiefer

Jahrhunderte lang wurde in der Eifel tief in der Erde Schiefer abgebaut.

Ein fester, harter Schiefer, als Moselschiefer bekannt, wurde jahrhundertelang in der Region zwischen Laacher See und der Mosel abgebaut. Mehrere hundert Meter tief reichten die Schächte in die Erde, hunderte Meter lange Stollen führten durch Gebirge, dort unten hackten die Männer den festen Schiefer aus dem Berg, transportierten ihn nach oben ans Tageslicht, wo die Spalter darauf warteten. Noch bergfeucht musste der Schiefer in Platten gespalten und zurecht geschnitten werden. Überall im Rheinland und auch weit darüber hinaus wurde der Moselschiefer als Dachmaterial verbaut. Das feste harte Gestein, die schwarzen Schieferplatten, sind ein anderes Gestein als der Schiefer, auf dem die Weinbauern an der Mosel und an der Ahr ihren Wein anbauen. Dieser Schiefer soll schön zerbröseln, was von einem Dachschiefer nun überhaupt nicht erwünscht ist.

Was ist denn eigentlich Schiefer bzw. Schieferung? Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, Schieferung darf nicht mit einer Schichtung in den Sedimenten verwechselt werden. Hier lesen wir es bei Wikipedia.

Die wieder aufgebaute Spalterhütte im Kaulenbachtal 

Unweit von Kaisersesch liegen die Ortschaften Müllenbach, Leienkaul und Laubach, in der Region wurde Ende des 18.Jahrhunderts mit dem Schieferabbau im Tagebau begonnen, später graben sich die Bergleute in den Berg hinein, um an hochwertiges Material zu kommen. Oben auf der Leienkaul entsteht das Bergwerk Maria Schacht, in den alten Bergwerksgebäuden ist heute ein Reitstall untergebracht. Immer mehr Menschen ziehen im 19.Jahrhundert nach Leienkaul, um dort direkt an ihrem Arbeitsplatz zu wohnen, 1900 hat Leienkaul 357 Einwohner. Die meisten kleinen Schiefergruben haben um 1900 den Betrieb eingestellt, nur noch die großen Bergwerke „Maria Schacht“, „Colonia“ und das „Müllenbacher Dachschieferwerk“ sind in Betrieb. 1928 schließt die Grube „Colonia“, aus der auch das Dachmaterial für das Kölner Landgericht am Apellhof stammte. Die letzte noch fördernde Schiefergrube „Maria Schacht“ gibt den Betrieb nach einem Wassereinbruch im Januar 1959 auf. Die alten Bergwerksgebäude verfallen, das Gelände wuchert zu, die riesigen Halden fallen in einen Dornröschenschlaf.

Trompetenflechten wachsen an vielen Stellen auf den Schieferhalden

Blick von Leienkaul ins Kaulenbachtal

Das Leben der Menschen damals war nicht einfach, die Bevölkerung war arm, die Arbeit in den Gruben war gefährlich, schwere Unfälle nicht selten. Hinter dem restaurierten Spalterhaus, in dem bei schlechtem Wetter die Schieferspalter ihrer Arbeit nachgingen, sind auf einer Wand zahlreiche Tafeln mit Berichten von dramatischen Unfällen angebracht … sie Sozialversicherungen waren damals noch nicht erfunden.

 

 

Bei unserer Tour durch die alte Bergbaulandschaft im Kaulenbachtal stoßen wir auch auf einige Stollen, die allerdings verschlossen sind. Auf dem Gebiet der einstigen Grube „Colonia“ ist der Julisstollen mit einem massiven Gitter gesichert, hat man aber den Schlüssel, betritt man eine uralte Bergwerkswelt, in der noch vor 100 Jahren Schiefer abgebaut wurde. Das Gebirge ist derart standfest, dass es keinerlei Abstützung und keinen Ausbau brauchte.

    

Tief im Berg im Juliusstollen

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