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Blaue Sterne auf dem Ennert

Oben auf dem Ennert blüht der Blaustern. Ein grandioses Bild, riesige Fläche unter den Bäume auf dem Ennert und auf der Rabenley sind von kleinen, blaublühenden Blümchen bestanden. Und zwischendrin, noch häufiger: weiß blühende Buschwindröschen.

Blick auf die Rabenley

Vom Wanderparkplatz an der Rabeley ist der Weg sehr einfach und auch ohne große Anstrengungen zu schaffen. Es geht geradeaus und die Höhenunterschiede sind minimal. Eine leichte Tour mit wunderbaren Ausblicken über das Rheintal. Natürlich sind Umwege vorbei am Dornheckensee und am Blauen See wie auch dem Märchensee möglich, es sind lohnende Umwege. Wer aber den Blaustern in aller Pracht genießen möchte, der geht vom Parkplatz der großen Wanderweg einfach geradeaus, bis er auf die Aussichtsplattform stößt. Der Weg dorthin ist mit Blausternen derzeit übersäht.

Aussichtsplattform Ennert
Aussichtsplattform auf der Rabenley

Wir wandern ein halbe Stunde lang durch die Wälder auf dem Ennert, die derzeit von Blausternen übersäht sind und erreichen dann die neue Aussichtsplattform auf dem Ennert, die uns auf einigen Tafeln Informationen über die Menschen von Oberkassel bietet.

Blaustern auf dem Ennert bei Bonn 
Siebengebirge
Blaustern

Von der B 42 fällt der Blick auf die gewaltige Felswand der Rabenley, etwas hat sich zum Jahresbeginn verändert, ganz oben an der Kante. Es ragt jetzt eine Plattform über den Fels, ein Skywalk im Kleinformat. Verschiedene öffentliche Institutionen überlegten schon lange vor 2014 – dem hundertjährigen Geburtstag des Fundes der Oberkasseler Menschen – wie sich dieser archäologische Fundort von Weltrang besser präsentieren lassen könnte. Gefördert durch die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und den Landschaftsverband Rheinland wurde oben auf der Rabenley eine neue Aussichtsplattform errichtet. Von hier oben blickt man senkrecht in die Tiefe in die alten Steinbrüche der Rabenley auf die Fundstelle der „Oberkasseler Menschen“, wahrlich ein spektakulärer Blick senkrecht in die Tiefe, irgendwo dort unten entdeckten einst im Jahre 1914 Steinbrucharbeiter ein 14.000 Jahre altes Grab, in dem eine Frau, ein Mann und ein Hund bestattet waren. Die Originalfunde sind im LVR Landesmuseum in Bonn ausgestellt. Die Planung der Plattform wurden durch den Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz realisiert.
Die Aussichtsplattform ist mit 16 Infotafeln ausgestattet, die am Geländer der Plattform angebracht sind. Den Besuchern sollen Informationen über die Ur- und Frühgeschichte, die Geologie, die Landschaft, das Naturschutzgebiet und die von der Plattform aus sichtbare Kulturlandschaft im Rheintal beziehen. Vor allem jedoch soll über die Fundstelle der Oberkasseler Menschen informiert werden, eine der bedeutsamsten altsteinzeitlichen Fundstellen Europas. Eine Informationstafel nahe des Fundortes unterhalb der Rabenley war bisher wenig besucht, da sie sehr abseits liegt und nur schwer zu finden ist. Dies sei dieser bedeutsamen Fundstelle nicht gerecht, also dachte man nach und kam auf den Gedanken, die Fundstelle von oberhalb sichtbar zu machen.
Der Rheinische Verein schreibt auf seiner Website, das Planung der Aussichtsplattform durch ein Landschaftsarchitekturbüro die Belange des Naturschutzes von zentraler Bedeutung gewesen seien. Die Rabenley und die einstigen Steinbrüche stehen unter Naturschutz und sind ein wertvolles Biotop für viele Pflanzen- und Tierarten. An eine eindeutige Besucherlenkung sei gedacht und der Landesbetrieb Wald und Holz (das Forstamt) will mit daran arbeiten, das die jetzige Lokation mit Baustellencharakter wieder zuwächst und sich harmonischer in die Landschaft einfügt.
Sicherlich kann man diese Intention in Zweifel ziehen, denn wirklicher Naturschutz ist am besten zu erreichen, wenn nicht große Besucherströme in das Naturschutzgebiet gelenkt werden. Damit Naturschutz gelingt, ist es wichtig, das die Menschen das Naturschutzgebiet kennen lernen, denn nur was man liebt, das will man auch schützen. Touristische Magneten wie solch eine Aussichtsplattform haben jedoch unter Umständen den Effekt, größere Menschenmengen, ggf. ganze Busladungen dorthin zuziehen und ich würde es doch bezweifeln, das dann die Regeln des Naturschutzes eingehalten werden. Alleine die Baummaßnahmen dieser Aussichtsplattform richteten sicherlich mehr Schaden an als der ein oder andere Wanderer, der mal über einen Trampelpfad geht.
Die Vermittlung von Informationen über die Fundstelle der Oberkasseler Menschen gelingt aber durch diese Plattform sicherlich gut, mehr Beachtung hat diese spektakuläre Fundstelle sicherlich verdient.

Blaustern auf dem Ennert bei Bonn 
Siebengebirge

Egal, ob ein oder tausend Blausterne blühen, so gilt immer: anschauen ja, abpflücken nein. Der Blaustern (Scilla bifolia) ist durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, er darf also selbst für kleine Handsträuße nicht gepflückt werden. Nach altem Aberglauben darf man nicht einmal an den Blüten riechen, sonst bekommt man Sommersprossen.

Wie fast alle Frühblüher gehört der Blaustern zur Gattung der Liliengewächse. In der Zwiebel sind vier bis sechs Blattjahrgänge enthalten. Gegen Ende Februar treibt die Pflanze mit den Reserven ihrer Zwiebel aus und blüht dann in einer kurzen Zeitspanne von März bis April. Der Blütenstand hat meist ein bis sechs Blüten, die grau-blau bis violett, sehr selten auch weiß gefärbt sind. Der Blaustern bevorzugt frische, nährstoffreiche und humose Böden, wie sie in Auwäldern zu finden sind. Hier kann die ansonsten seltene Art die beschriebenen Massenvorkommen ausbilden. Bei der Ausbreitung behilflich sind dank eines Tricks Ameisen. Die Blausternsamen enthalten nämlich nährstoffreiche Anhängsel, die die hungrigen Ameisen in ihre Bauten verschleppen und so verbreiten.

Scilla bifolia ist eine so genannte submediterrane Pflanze, ihr Verbreitungsgebiet strahlt also vom nördlichen Mittelmeerraum nach Norden bis nach Belgien, und im Osten bis nach Kleinasien und zum Kaukasus aus. In Deutschland wächst der Blaustern vor allem an Donau und Rhein sowie deren Nebenflüssen, außerdem auf bodenfeuchten Laubmischwäldern im Pfälzerwald und auf dem Hardt. Eines der nördlichsten Vorkommen liegt am Rande des Siebengebirges bei Bonn, am Übergang von Mittel- zu Niederrhein. Besonders große Blausternteppiche kann man in den Auwäldern der nördlichen Oberrheinebene bewundern, beginnend mit Hessens größtem Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue, weiter nach Süden über Steiner Wald und Biedensand bis zur Reißinsel im Stadtgebiet von Mannheim. (übernommen von der Homepage des NABU)

Blaustern auf dem Ennert bei Bonn 
Siebengebirge

Hier ist der Wanderparkplatz am Dornheckensee

 

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