Als sich die Nette durch den Lavastrom fraß …

Einer der spannendsten Orte des Eifelvulkanismus bei Plaidt

Mit dem Vulkanismus in der Eifel ist es ja oft so eine Sache. Die Vulkanologen erzählen die wildesten Geschichten und dann stehen wir da und sehen eigentlich nicht viel. An der Rauschermühle aber wird uns vieles klar und zu allem Überfluss ist dieser Ort auch noch ausgesprochen wild und schön. Insbesondere im Winter, wenn es ordentlich geregnet hat, schießen die Wassermassen des kleinen Flüsschens Nette durch die Stromschnellen, wie heftig das sein kann, können wir erahnen, wenn wir die dicken Baumstämme sehen, die der Fluss mitgebracht hat und die in den Felsen hängen geblieben sind. Im Sommer hingegen ist es ein friedlicher Ort, auf den Kiesbänken im Bachbett lässt es sich trefflich sitzen und die Kinder können ungefährdet im Wasser spielen.

Flache Bank aus Flussgeröllen an der Rauschermühle

Was ist hier geschehen? 

Das Flüsschen Nette entspringt bei Kempenich und fließt durch die ganze Osteifel, um schließlich gegenüber von Neuwied in den Rhein zu münden. Hinter Mayen hat die Nette ein wunderbares Tal in den Untergrund gefressen, wahrscheinlich wurde sie schon vor vielen Jahrhunderten als Transportweg für Mühlsteine aus dem Eifeler Mühlsteinrevier bei Mayen ans Rheinufer benutzt. Große Schiffe befuhren die Nette nicht, aber flache Flöße als Transportmittel einzusetzen wird möglich gewesen sein. Natürlich sind die Flöße nicht durch diese Stromschnellen gekommen, hier musste dann wohl umgeladen werden.

Vor etwa 200.000 Jahren war der Eifelvulkanismus etwas südlich der Rauschermühle sehr aktiv. Südlich von Plaidt entstanden die Wannenköpfe, eine größere Gruppe nicht allzu hoher Schlackenkegel. Aus einigen von ihnen flossen Lavaströme aus und fanden eine Rinne, durch die sie hindurch fließen konnten : das damalige Tal der Nette. Der Nette war nun ihr einstiger Weg zum Rhein versperrt, lange Zeit floss sie westlich der neu entstandenen Mauer aus Basaltlava entlang, bis es ihr gelang, an der heutigen Rauschermühle diesen Basaltlavastrom zu durchbrechen und dann auf einem neuen, kürzeren Weg in den Rhein zu fließen. 

Wir können diesen Durchbruch auf einen schönen Wanderweg durchqueren, etliche Infotafeln erläutern das hier Geschehene und wir entdecken bei genauer Suche auch römische Bergbauspuren. Da die Nette den Basalt wohl in der letzten Eiszeit so schön freigelegt hatte, machten sich einst die Römer hier an die Arbeit und bauten Basalt ab. 

Abbauspuren der Römer an der Rauschermühle

Auf dem ausgeschilderten Wanderweg gehen wir weiter und kommen in den Rauscherpark, ein idyllisch angelegtes Parkgelände mit etlichen Orten des einstigen Basaltabbaus, auf dem Teich tummeln sich viele Wasservögel und immer wieder gibt es nett gestaltete Plätze für Pause und Picknick.

im Rauscherpark

Vor der Exkursion empfiehlt sich allerdings ein Besuch im Vulkanparkzentrum Rauschermühle. In diesem großen Informationszentrum erfahren wir sehr viel über den Eifelvulkanismus und können mit mehr Erfahrung im Gelände unterwegs sein … und auch mehr erkennen.

https://www.vulkanpark.com/infozentrum/

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